Herzlich Willkommen auf der Homepage des Sportfischereiverein 1935 e.V. Betzdorf
Herzlich Willkommen auf der Homepage des Sportfischereiverein 1935 e.V. Betzdorf

Unsere Vereinsgeschichte

Man schrieb das Jahr 1935 und das „1000 jährige Reich“ war gerade 2 Jahre alt geworden – Aufmärsche brauner Kolonnen und Hakenkreuzfahnen gehörten zum alltäglichen Straßenbild. In jener Zeit kam eine kleine Gruppe von Männern zusammen, welche sich durch die Freude am Angelsport und die Liebe zur Natur verbunden fühlten. Es waren Männer, die es vorzogen, abseits aller Propaganda und Hektik des damaligen Regimes, ihre Freizeit zurückgezogen am Fischgewässer zu verbringen. Um dieses zu ermöglichen gründeten sie den Sportfischereiverein 1935 e.V. Betzdorf.

Die Gründungsmitglieder waren:
Hugo Becher, Betzdorf
Alois Hahmann, Nauroth
Otto Leonhardt, Scheuerfeld
Hermann Lützenkirchen, Betzdorf  (Geschäftsführer)
Herr Mewes (Vorname nicht bekannt), Betzdorf  (1. Vorsitzender)
Alois Nauroth, Betzdorf
Erich Schmidt, Scheuerfeld
Paul Weger, Betzdorf
Otto Weger, Alsdorf
Josef Wolf, Betzdorf

Als letztes lebendes Gründungsmitglied feierte Erich Schmidt noch im Jahr 1995 unser 60-jähriges Vereinsjubiläum mit. So war es auch Erich Schmidt, der uns zu Lebzeiten noch aus der Gründungszeit und damit verbundenen Aktivitäten berichten konnte. Von ihm war zu erfahren, dass kurz nach der Gründung im Vereinslokal Neutzer-Weger eine Rutenausstellung organisiert wurde, um neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen. Die Veranstaltung führte auch prompt zu einigen Neuaufnahmen im Verein. Für den Erwerb oder die Anpachtung eines eigenen Gewässers reichte nach Angaben von Herrn Schmidt die kleine Vereinskasse damals nicht aus. Gründungsmitglied Hermann Lützenkirchen besaß zu dieser Zeit ein Stillwasser, Erich Schmidt hatte Anteile am Fischereirecht in der Sieg. Beide nahmen die übrigen Vereinskameraden abwechselnd mit an ihre Gewässer, damit diese ihrer Passion nachgehen konnten. Eine wirklich lobenswerte Geste, die den Gemeinschaftsgeist jener Männer von damals erahnen lässt.

So konnte man sich in der damaligen Zeit einige Jahre ungestört dem Angelsport widmen. Aber die Zeiten wurden unruhiger, die ersten Mitglieder wurden zum Wehrdienst einberufen, kurz darauf  brach der zweite Weltkrieg aus.
Damit kam es für den Verein zu einer Zwangspause, welche über das Kriegsende hinaus andauern sollte. Nach dem Krieg wurden die Gewässer durch die französische Besatzungsmacht in Anspruch genommen.

So vergingen die Jahre, bis dann endlich, am 24. März 1955, der Verein zu neuem Leben erwachte. Die Vorgespräche für den Wiederbeginn fanden einige Wochen vorher in Hahnhof bei Wissen statt. Waren es anfangs nur 14 Mitglieder, so begann der neue Start mit 40 Mitgliedern.

Bei Wiederbeginn im März 1955 waren im Vorstand:
1. Vorsitzender Herbert Pfeifer, Betzdorf
2. Vorsitzender und Geschäftsführer Hermann Lützenkirchen, Betzdorf Schatzmeister Karl Grimm, Betzdorf
Schriftführer Otto Haas, Betzdorf

Weitere Mitglieder waren: Dr. Arndt Adorf, Franz Bockheim, Hugo Becher, Erwin Diehl, Peter Ermert, Mathias Greim, Wolfgang Kipping, Ignatz Limbach, Robert Profittlich, Kurt Starosta, Franz Heim, Robert Herbig, Bernhard Helmus, Alois Jung, Heinz Schlechtriemen, Peter Schuhen, Paul Weger, Eberhard Wickler, Josef Wolf – alle Betzdorf

Helmut Bürschel, Paul Eutebach, Erich Schmidt, Hermann Jung, Peter Schmidt – alle Scheuerfeld

Karl Ermert, Richard Langenbach – alle Wallmenroth

Hans Mildenberger, Dr. E. Griesenbach – alle Kirchen

Alois Nauroth, August Schmidt – alle Betzdorf-Bruche

August Ommerborn, Karl Grimm, Otto Weger – alle Alsdorf

Alois Hahmann – Nauroth Gerd Seel – Altenkirchen

Emil Bürschel – Etzbach.

Noch im selben Jahr konnte ein kleines Gewässer gepachtet werden. Es war ein stillgelegter Basaltsteinbruch in der Gemeinde Langenbach bei Kirburg, welcher sich im Laufe der Jahre mit Wasser gefüllt hatte. Flugenten hatten auf natürliche Weise schon für einen geringen Fischbestand gesorgt. Zusätzlicher Besatz wurde vorgenommen.

Aber die Freude währte nicht lange, leider stellte man schon bald fest, dass Bewohner benachbarter Dörfer und ein nahegelegenes Basaltunternehmen den Steinbruch als Schuttabladeplatz benutzten. So wussten die Angelfreunde Robert Profittlich und Erich Schmidt zu berichten, dass eines Tages, in einem Sack verschnürt, ein totes Kalb auf der Wasseroberfläche schwamm.
Durch diese untragbaren Zustände wurde das Gelände aufgegeben und in Neunkhausen ein kleines, aber sauberes Biotop gepachtet. Im Mai 1956 spendete jedes Mitglied freiwillig 25 DM für Fischbesatz.
Mit großer Begeisterung wurde es zu einem schönen Fischgewässer hergerichtet. Zu den Angelveranstaltungen kochte Hermann Lützenkirchen morgens einen Bouillon mit Einlage und zum Mittagessen eine Erbsensuppe „wie sie keiner nachmachen konnte“, so die Meinung der älteren Mitglieder. Die Wurst stiftete damals Bernhard Helmus und die Brötchen Otto Weger. Preise für die besten Angler stifteten August Ommerborn, Hugo Becher und Franz Heim. „Es war wie in einer großen Familie“ wurde von den damaligen Mitgliedern geschwärmt. Um das schöne Vereinsleben zu erhalten, beschloss man die Mitgliederzahl auf 45 Personen zu begrenzen. 1963 belief sich die Aufnahmegebühr in den Verein auf 100 DM für Erwachsene und 25 DM für Jugendliche. Als Jahresbeitrag mussten 48 DM bzw. 24 DM gezahlt werden.

Inzwischen liefen in der Gemeinde Elkenroth die Planungsarbeiten für den heutigen Elkenrother Weiher. Paul Eutebach, der inzwischen zum 1. Vorsitzenden gewählt war und Geschäftsführer Hermann Lützenkirchen setzten sich mit dem damaligen Bürgermeister Stefan Brenner aus Elkenroth in Verbindung. So konnte der Verein nach Fertigstellung der Anlage im Jahre 1964 den 7,5 ha großen Elkenrother Weiher anpachten. Das seiner Zeit beschlossene Limit wurde nun aufgehoben, um möglichst vielen Angelfreunden die Gelegenheit zum Fischen zu bieten. Darüber hinaus gab man den Siegener Sportfischern durch eine entsprechende Vereinbarung mit dem Kreisfischereiverein Siegerland die Gelegenheit, das Gewässer mit zu nutzen. Diese Regelung galt bis zum Jahr 1971. Immer mehr Menschen suchten in der Zeit des Wirtschaftswunders dem Stress durch Entspannung beim Fischen zu entgehen. Von 1964 bis 1968 stieg die Mitgliederzahl innerhalb von 4 Jahren von 45 auf 155 Mitglieder an. Im Jahr 1964 gab Paul Eutebach den 1. Vorsitz an Hermann Lützenkirchen ab, der übrige Vorstand blieb unverändert.

Auf der Jahreshauptversammlung 1968 trat Hermann Lützenkirchen mit 71 Jahren als 1. Vorsitzender zurück, nachdem er seit Wiederbeginn mit unbeschreiblichem Einsatz den SFV Betzdorf 1935 e.V. als Geschäftsführer  und 1. Vorsitzender unterstützt hatte. Der Verein dankte es ihm und ernannte Hermann Lützenkirchen zum Ehrenvorsitzenden. Desweiteren wurden Alois Hahmann, Alois Nauroth, Erich Schmidt, Paul Weger und Josef Wolf ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt. Hermann Lützenkirchen gab sein Amt an Hubert Rataiczak ab, der aus beruflichen Gründen nur 2 Jahre Vorsitzender blieb.

So wurde 1970 ein neuer Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender Paul Nagorny
2. Vorsitzende und Geschäftsführerin Charlotte Durth
Schatzmeister Werner Milde

Nach dem Tod von Werner Milde im Jahr 1972 wurde Reinhard Jenz sein Nachfolger. Frau Durth trat zurück, für sie folgte Klaus Raeder. Unter dem Vorsitz von Paul Nagorny wurde der Verein straff geführt. Schon im September 1973 legte er eine neue Satzung vor. Diese Satzung ist bis auf wenige Änderungen bis heute gültig.  Er führte in seiner 12-jährigen Amtszeit (1970 bis 1983) mehrere Prozesse gegen Gewässerverschmutzer erfolgreich zu Ende, wovon einer sogar 9 Jahre dauerte. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Deutschen Sportfischer wurde angestrebt. Um einzelnen Vereinen mehr Gewicht zu verleihen, betrieb er die Gründung des Bezirksverbandes Westerwald-Sieg e.V. im Verband Deutscher Sportfischer, dessen Vorsitz er ebenfalls übernahm.

Das erste gemeinsame Hochseefischen fand ebenfalls im Jahr 1972 statt. Man bildete Fahrgemeinschaften und fuhr mit eigenen PKWs nach Ijmuiden an die Nordwestküste von Holland. Später wählte man für das jährliche Meeresfischen die Ostsee. Hier waren die Auslaufhäfen Maasholm, Heiligenhafen und Neustadt. Letztmalig gingen unsere Vereinsmitglieder im September 1999 in Kappeln und im August 2000 in Burg auf Fehmarn gemeinsam auf große Dorschjagd. Danach fanden sich leider nicht mehr ausreichend Mitglieder für eine gemeinsame Hochseetour.

Bei der Wahl 1975 änderte sich der geschäftsführende Vorstand wie folgt:

1. Vorsitzender Paul Nagorny
2. Vorsitzender und Geschäftsführer Klaus Raeder
Schatzmeister Rudolf Garbach
Gewässerwart Gerhard Wißkirchen
Sportwart Eberhard Becher
Jugendwart Dietmar Ogrzall

Aufgrund der neuen Satzung wurde auch erstmals ein Ehrenrat gewählt. Er hat die Aufgabe, Verstöße gegen fischereirechtliche Bestimmungen zu ahnden und Streitigkeiten zu schlichten.
In den Ehrenrat wurden 1975 gewählt:
Vorsitzender Hermann Lützenkirchen
Beisitzer: Alois Hahmann, Robert Profittlich, Rudolf Müller.

1975 hatte der Verein 185 Mitglieder.

Neben dem Angelsport sieht der Verein schon von jeher seine Hauptaufgabe in der Sauberhaltung der Gewässer. Einem Artikel der Rhein-Zeitung aus dem Jahre 1962 ist zu entnehmen, dass der Verein damals schon die heimische Industrie zur Sauberhaltung der Gewässer aufrief. Bis heute werden jedes Jahr in freiwilligem Arbeitseinsatz die Ufer der Sieg im Raum Betzdorf (die Säuberungsaktion, die durch unseren Verein ins Leben gerufen wurde, ist zwischenzeitlich eine Aktion aller Betzdorfer Vereine geworden. Die Stadt Betzdorf organisiert die Aktion heute) vom Abfall und Müll der Wohlstandsgesellschaft befreit. Selbstverständlich halten wir auch unsere anderen Vereinsgewässer sauber. Unsere Gewässerwarte entnehmen zudem in regelmäßigen Abständen Wasserproben und untersuchen unsere Gewässer auf ihren Zustand.

Am 25.12.1977 verstarb unserer Ehrenvorsitzender Hermann Lützenkirchen. Im gleichen Jahr konnten wir ein weiteres Fischereirecht in der Sieg käuflich erwerben. Zwecks Einrichtung einer eigenen Fischaufzuchtanlage wurde am 09.03.1978 von der Gemeinde Nauroth ein ehemaliges Teichgelände erworben. In unzähligen Arbeitsstunden legten die Mitglieder hier 4 schöne Teiche an, bis Ende 2009 zog der Verein dort Regenbogenforellen für den eigenen Besatz groß.
Damals wurde Herr Waldemar Bockheim Beauftragter für diese Anlage. Jahrelang pflegten unsere verstorbenen Mitglieder Siegfried Jädtke und Werner Stock die Anlage Nauroth. Zuletzt zeichneten sich Günter Hüsch und Bernhard Hof mit der Pflege der Anlage aus. 1980 feierten die Vereinsmitglieder nach 2 Jahren harter Arbeit dort ein zünftiges Eröffnungsfest. 

1978 wurden bei unseren vereinseigenen Fischen erstmals Fischerkönig und Fischerprinz erkoren. Die Ermittlung der vereinseigenen Sieger hat sich im Verlauf der Jahre etabliert und ist heute zur Tradition geworden. Am 15.08.1981 verstarb das Ehrenmitglied Alois Hahmann. Wegen Wohnungswechsel legte Paul Nagorny 1983 das Amt des 1. Vorsitzenden nieder und wurde in Anbetracht seiner Verdienste während seiner 12-jährigen Tätigkeit von der Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

Bei den Wahlen wurden folgende Ämter neu vergeben:

1. Vorsitzender Klaus Raeder
2. Vorsitzender und Geschäftsführer Norbert Nauroth
Sportwart Roland Kötting
Vorsitzender des Ehrenrates Richard Schmidt
Der übrige Vorstand blieb unverändert.

Im Laufe der Folgejahre wuchs der Verein auf nahezu 200 Mitglieder. Zum damaligen Zeitpunkt verfügte er weiterhin über das Gewässer Elkenrother Weiher und die bis heute erhaltene Strecke in der Sieg. Das Wasser der Sieg wies 1981 eine nicht so gute Qualität aus, war einer der schmutzigsten Flüsse der Bundesrepublik. Heute stellt sich die Sieg in einem ganz anderen Bild dar, es gibt einen gesunden Fischbestand. Wem aus Anglerkreisen ist zudem nicht das Lachsprogramm 2020 bekannt. Die Lachse kehren seit Jahren, wenn auch noch in kleinen Stückzahlen zum Ablaichen in das Siegsystem zurück. So wurde am 15.01.1999 der erste Lachs im Betzdorfer Siegstück unterhalb des Sigambriawehres mit der Rute gefangen und selbstverständlich schonend zurückgesetzt. Der Fisch war mit der Rückenflossenmarke S108 markiert.

1985 erfolgte ein gesetzlicher Einschnitt in die Angelfischerei. Aus Tierschutzgründen wurde das Angeln mit dem lebenden Köderfisch verboten.

Im Jahr 1985 wurde unser Verein 50 Jahre alt.

Der Vorstand zum 50 jährigen Vereinsjubiläum stellte sich wie folgt dar:

1. Vorsitzender Klaus Raeder
2. Vorsitzender und Geschäftsführer Norbert Nauroth
Schatzmeister Rudolf Garbach
stellv. Schatzmeister Karl Schnitzer
Gewässerobmann Gerd Wißkirchen
Jugendwart Karl-Heinz Weller
stellv. Jugendwart Joachim Bauer
Sportwart Roland Kötting

stellv. Sportwart Host Huhn
Beauftragter für Nauroth Waldemar Bockheim
Gerätewart Heinz Schmidt
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit Gregor Eicher
Beisitzer: Hans Otto Held, Edelbert Schnittchen, Werner Stock, Günter Weiß
Ehrenrat: Vorsitzender Richard Schmidt, sowie Reinhard Jenz, Ulrich Jochum, Dieter Hebel
Kontrolleure am Elkenrother Weiher: Paul Beichler, Albert Musch, Josef Schmittner

Bis zu diesem Punkt stammt unsere Chronik in großen Teilen aus der Zeitschrift zum 50-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1985. Sie wurde vom damaligen Geschäftsführer Norbert Nauroth erstellt, der leider am 15.07.2009 verstorben ist. Aktualisierungen, die sich im Laufe der Jahre ergeben haben, wurden ergänzt. Kleine redaktionelle Veränderungen wurden vorgenommen.

Das 50-jährige Vereinsjubiläum wurde natürlich gebührend gefeiert. Eine Woche lang war in der Stadthalle in Betzdorf eine Ausstellung heimischer Fische, die von der Bevölkerung und den Schulen von Betzdorf und Umgebung sehr gut besucht wurde. Außerdem wurden Filme vorgeführt und eine große Geräteausstellung war zu sehen. Am Elkenrother Weiher wurde am 15.06.1985 in einem Festzelt eine Jubiläumsfeier veranstaltet. Das Zelt war bis auf den letzten Platz gefüllt. Am 16.06.1985 wurde ein Gemeinschaftsfischen mit anschließendem Frühschoppen und Mittagessen durchgeführt. Im Voraus wurde von Seiten des Vorstandes beschlossen, überschüssige Einnahmen des Jubiläums sozialen Einrichtungen zu Gute kommen zu lassen. Der damalige Elkenrother Bürgermeister schlug vor, das Geld an die Sozialstation Betzdorf zu stiften. So konnten wir am 22.08.1985 einen stolzen Betrag von 6.012,72 DM an die Sozialstation Betzdorf überreichen. Niemand hatte mit einem derartig guten Ergebnis gerechnet. Der Gemeinde Elkenroth wurde zudem noch eine Spende aus dem Pokalfischen in Höhe von 1.026,50 DM für den örtlichen Kindergarten überreicht. Damit war das 50-jährige Jubiläumsjahr abgeschlossen und alle waren der Auffassung, ein schönes Fest gefeiert und Gutes getan zu haben.

1986 standen Vorstandwahlen an. Der geschäftsführende Vorstand blieb unverändert.

Nun folgte eines der dunkleren Kapitel in der Vereinsgeschichte. Am 31.03.1988 lief der Pachtvertrag mit der Gemeinde Elkenroth für den Elkenrother Weiher aus. Bis zu diesem Zeitpunkt zahlte unser Verein eine jährliche Pacht von 7.000 DM. Wir legten einen neuen Pachtvertrag vor, in diesem boten wir an, für die nächsten 12 Jahre eine jährliche Pachtsumme von 10.000 DM zu zahlen. Am 26.01.1988 erhielten wir dann die Nachricht, dass sich der Gemeinderat Elkenroth dafür entschieden hatte, dem neugegründeten Fischereiverein Elkenroth den Weiher zu verpachten. Da man aus ökologischen Gründen im Frühjahr kein Gewässer ablässt und wir Ansprüche auf unseren Fischbesatz erhoben, wurde der Pachtvertrag bis zum Oktober 1988 verlängert. Der Weiher wurde am 15. Oktober abgelassen und der reiche Fischbestand zum größten Teil verkauft. Die restlichen Fische wurden in die Anlage Nauroth umgesetzt. Zum damaligen Zeitpunkt war die Nichterneuerung des Pachtvertrages eine Katastrophe für den Verein, es gab „viel böses Blut“. Außer der Sieg hatten wir kein Gewässer mehr, da auch der Weiher in Neunkhausen anderweitig an einen Jagdpächter verpachtet worden war. Dieser zahlte eine deutlich höhere Pachtsumme als unser Verein.Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen wurden ausgesprochen, auf die heute in der Nachbetrachtung nicht mehr näher eingegangen werden soll. In den Vereinsdokumenten sind die Vorkommnisse vermerkt und werden dort verschlossen bleiben, aber nicht in Vergessenheit geraten.

Durch die Geschehnisse verlor der Verein viele Mitglieder, selbst ein Vorstandsmitglied drehte uns den Rücken. Diejenigen, die im Verein immer ihre „Heimat“ gesehen hatten, blieben ihm jedoch erhalten. Der Mitgliederstand schrumpfte bis zum 01.01.1991 auf 117 Mitglieder. In der heutigen Rückschau können wir festhalten, dass wir letztendlich gestärkt und enger zusammengerückt aus der Krise herausgegangen sind. Bemerken möchten wir zudem, dass wir heute, insbesondere im Bereich der Jugend, ein gutes Verhältnis zum Elkenrother Verein pflegen.

Durch die Geschehnisse und Austritte musste sich der Verein neu formieren und in den Folgejahren von 1988 bis 1999 beschäftigten sich alle verschiedenen Vorstände intensiv mit der Suche nach einem neuen Stillwasser.

So standen am 18.03.1989 Neuwahlen des Vorstands an. Folgende Mitglieder stellten sich in dieser schweren Zeit für Vorstandsämter zur Verfügung:

1. Vorsitzender Klaus Raeder
2. Vorsitzender und Geschäftsführer Roland Kötting
Schriftführer Edelbert Schnittchen
stellv. Schriftführer Karl Grimm
Schatzmeister Rudolf Garbach
stellv. Schatzmeister Karl Schnitzer
Sportwart Joachim Bauer
stellv. Sportwart Horst Huhn
Gewässerobmann Werner Petermann
stellv. Gewässerobmann Ulrich Jezowski
Jugendwart Hans Jürgen Rinck
stellv. Jugendwart Edgar Rinck
Beauftragter Anlage Nauroth Siegfried Jädtke
Beauftragte Bewirtschaftung Marga Bauer
Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit Hans-Werner Isenböck
Gerätewart Heinz Schmidt

Im Jahr 1989 fuhr eine Gruppe von Vorstandsmitgliedern zum Angeln auf die Insel Langeland in Dänemark. Dort kam man mit dem damaligen Präsidenten des VDSF Rheinland-Pfalz ins Gespräch und schilderte diesem die Problematik. Herr Häusner nahm sich der Angelegenheit sofort an und bot unserem Verein die Pachtung des Waldsees Maroth per Geschäftsbesorgungsvertrag an, da der VDSF Rheinland-Pfalz zu diesem Zeitpunkt Pächter des Sees war. Nach einigen Verhandlungen wurde zum 01.01.1990 der Pachtvertrag für den Waldsee Maroth unterschrieben.Alle waren sich einig, ein wunderschönes Gewässer befischen zu können. Einziger Wermutstropfen war die weite Entfernung von Betzdorf nach Maroth (35 km). Zudem stellte sich heraus, dass wir aufgrund der weiten Entfernung unser neues Gewässer sehr schlecht kontrollieren konnten. Wildes Zelten, Müllablagerungen und Schwarzfischer machten uns zu schaffen. Diese Tatbestände und die weite Entfernung haben uns daher bei der weiteren Suche nach einem Gewässer in der näheren Umgebung nicht ruhen lassen.

Erwähnen möchten wir an dieser Stelle außerdem, dass bei der damaligen Weihersuche am 21.06.1989 durch Klaus Raeder und Roland Kötting auch mit Herrn Bednarz, damaliger Besitzer unserer heutigen Weiheranlage in Neunkhausen, verhandelt wurde. Im September 1989 teilte dieser mit, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht an einer Verpachtung interessiert war. 1990 konnten wir zudem die Heller vom Grünebacher Tunnel bis zur Siegmündung von unserem damaligen Vereinsmitglied Herrn Lützenkirchen pachten. Zum damaligen Zeitpunkt war die Heller ein toter Fluss. Im Bereich der Stadt Herdorf existierte keine intakte Kläranlage und die Abwässer verschmutzten den Fluss. Wir haben zunächst eine Kartierung der Heller angefertigt und der Stadt Betzdorf  vorgelegt. Nachdem sich die Wasserqualität durch den Bau eines neuen Klärwerkes in Herdorf in den Folgejahren verbesserte, wurden jährlich Jung- und Kleinfische besetzt.

Am 03.08.1990 verstarb dann nach einer Operation unser Vorsitzender Klaus Raeder. Der Verein nahm mit einer großen Anzahl seiner Mitglieder an der Beisetzung in Bad Oeynhausen teil und gab ihm das letzte Geleit.  Seine Verdienste für den Verein werden unvergessen bleiben.

Auf der Jahreshauptversammlung 1991 kam es daher zwangsläufig zu Veränderungen im Vorstand:

1. Vorsitzender Roland Kötting
2. Vorsitzender und Geschäftsführer Hans-Werner Isenböck
Ansonsten blieb der Vorstand unverändert.

In die Amtsperiode von Roland Kötting fiel insbesondere die weitere Suche nach einem Stillwasser. Viele Gewässer wurden angeschaut, es folgten Verhandlungen. Immer wieder gab es Rückschläge, wenn man glaubte ein Stück weiter gekommen zu sein. So gründete sich in einem Ort  plötzlich ein Verein, nachdem wir mit den Verhandlungen um ein Gewässer sehr weit gekommen waren. Desweiteren wurden zwischen 1991 und 1998 vier weitere Fischereirechte in der Sieg käuflich erworben. Am 30.05.1995 feierte unser Verein in einem sehr schönen Rahmen sein 60-jähriges Vereinsjubiläum in der Gaststätte Neutzer-Weger. Insgesamt nahmen 57 Mitglieder am Festakt teil. Neben zahlreichen Ehrungen für verdiente Mitglieder konnte der letzte lebende Mitgründer Erich Schmidt aus Scheuerfeld begrüßt und geehrt werden. Bei gutem Essen und Tanzmusik feierte der Verein bis in die frühen Morgenstunden. Alles in allem ein gelungenes Fest.

Im Juli 1995 nahm der SFV Betzdorf dann zum ersten Mal an der Ferienspassaktion der Verbandsgemeinde Betzdorf teil. Seitdem finden bis heute jedes Jahr zahlreiche Ferienspasskinder den Weg in unsere Angelanlage.  

Am 24.02.1996 fand unsere letzte Sitzung im Vereinslokal Neutzer-Weger statt. Da die Gaststätte schloss, begann die Suche nach einem neuen Lokal. Nach kurzer Suche wurden wir mit dem Haus Hellertal in Alsdorf fündig und werden dort bei allen Veranstaltungen sehr gut betreut. Am 20.06.1996 fand dort unsere erste Sitzung statt. Von dieser Stelle aus einen herzlichen Dank an Wirt Willi Himmrich. 

Am  26.12.1996 verstarb Erich Schmidt.

Im Herbst 1998 ereilte den Verein erneut das Schicksal. Innerhalb von 3 Wochen verstarben 2 führende Köpfe des Vorstandes. Der 1. Vorsitzende Roland Kötting verstarb am 22.09.1998. Drei Wochen später am 11.10.1998 verstarb unser Kassier Rudolf Garbach. Er hatte das Amt des Kassierers seit 24 Jahren ausgeübt. Der Tod der beiden verdienten Mitglieder hinterließ eine mehr als große Lücke im Verein.

Aufgrund dieser Tatsache fand am 28.11.1998 eine außerordentliche Hauptversammlung statt.
Die Nachwahl zum Vorstand ergab folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender Hans-Werner Isenböck
2.  Vorsitzender Jörg Kötting
Kassierer Karl-Heinz Kölzer

Auch der neue Vorstand suchte weiterhin ein nahe gelegenes Vereinsgewässer. Im November 1999 meldete sich Heinz Schmidt. Er hatte eine Anzeige in der Tageszeitung entdeckt. Dort war vermerkt, dass ein Teichgelände in unmittelbarer Nähe von Betzdorf zu verpachten sei. Hans-Werner Isenböck nahm sofort Kontakt auf und es stellte sich heraus, dass Herr Bednarz unsere heutige Weiheranlage in Neunkhausen verpachten wollte. Karl-Heinz Kölzer und Jörg Kötting wurden mit den Verhandlungen beauftragt und suchten Herrn Bednarz umgehend auf. Aus dem ersten Sondierungsgespräch ging man mit gutem Gefühl und dem Eindruck heraus, dass der Besitzer seine Anlage nicht nur verpachten sondern unter Umständen auch verkaufen würde. Im weiteren Verlauf fanden sehr angenehme Gespräche statt und es wurde zunehmend deutlicher, dass wir ein neues Gewässer käuflich erwerben konnten.Am 04.12.1999 besichtigte der gesamte Vorstand das Weihergelände und noch am gleichen Tag wurde einstimmig beschlossen, die Anlage zu kaufen.  Herr Bednarz teilte am 14.01.2000 seine Verkaufsbereitschaft mit. Die Preisverhandlungen begannen, Anfang Februar konnte man sich einigen.

Am 10.03.2000 konnten wir dann den Kaufvertrag unterzeichnen. Da unsere Vereinsvorstände immer sparsam gewirtschaftet hatten, konnten wir das Gewässer zum vereinbarten Preis ohne größere Probleme kaufen und sind seit Juli 2008 wieder schuldenfrei.

Am 09.09.2000 wurde die Anlage den Mitgliedern des Vereines im Rahmen der Herbstversammlung vorgestellt. Die Begeisterung war groß. Essen und Trinken wurden den Mitgliedern in einem Zelt gereicht. Es bleibt zu erwähnen, dass es eine feucht fröhliche Feier gab, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte.

Für die Beaufsichtigung und die Arbeiten in der Anlage in Neunkhausen stellte sich unmittelbar Joachim Hoffmann zur Verfügung. Bis heute ist er dort mit unermüdlichem Einsatz als gute Seele tätig. Hierfür gebührt ihm unser herzlicher Dank.

Im Verlauf der Jahre wurden in der neuen Vereinsanlage viele Arbeiten durchgeführt. Allen die sich dort engagiert haben, danken wir ebenfalls an dieser Stelle.
Insbesondere ist auf folgende Arbeiten hinzuweisen:
Anbindung der Anlage ans Stromnetz
Reparatur der Hütte
Errichtung einer Toilettenanlage
Sanierung der Teichufer usw.

Zuletzt wurde am 19.07.2008 der Teich oberhalb der Hütte vom Schlamm befreit und ausgebaggert.Die Bewirtschaftung der vereinseigenen Hütte findet ebenfalls regelmäßig statt. An dieser Stelle zeichnet sich insbesondere Franz-Josef Nauroth aus.

Aufgrund des Kaufes der Anlage konnten wir den Pachtvertrag für den Waldsee in Maroth zum Jahresende 2000 kündigen. Zunächst hatten wir versucht, den Fischbesatz an den Nachpächter zu verkaufen. Da dieser zu einer Zahlung nicht bereit war, wurde der Waldsee am 9. und 10.12.2000 abgelassen. Der gesamte Verein befand sich auf den Beinen und konnte nach arbeitsreichen Tagen 6 Tonnen Fisch in die neuen und alten Vereinsgewässer umsetzen. Zu bemerken ist der Fang von 198 Zandern bis zu einer Größe von 6 Kilogramm und einer ungeheuer großen Anzahl an Spiegel- und Schuppenkarpfen mit Stückgewichten bis zu 17 Kilogramm. Für die neuen Vereinsgewässer war der abgeschöpfte Fischbestand zu groß, so dass wir einen großen Teil der Fische verkauft haben und einen großen Erlös erzielen konnten.

Im März 2000 konnten wir zudem ein weiteres Fischereirecht in der Sieg käuflich erwerben.

Im April 2004 sanierten wir in einem größeren Arbeitseinsatz unsere Zuchtanlage in Nauroth.  Die Ufer der Teiche wurden befestigt, da der Einsturz drohte.Zum 31.12.2004 kündigten wir unseren Pachtvertrag im Steinbruch Neunkhausen. Die Pacht wurde wegen schlechter Wasserqualität nicht verlängert.

Zum 31.12.2005 beendeten wir das Pachtverhältnis in der Heller, da zu wenig Vereinsmitglieder an der Fischerei in diesem Gewässer interessiert waren. Die Heller war für uns zu einem zu großen finanziellen Zuschussgeschäft geworden.

Im Juni 2005 beging unser Verein in kleinem Rahmen sein 70-jähriges Vereinsjubiläum.

Am 11.06.2005 fand ein gut besuchtes Jubiläumsangeln statt und am 12.06.2005 führte unser Verein eine zünftige Familienfeier in der Anlage in Nauroth durch. Unter zahlreicher Teilnahme der Vereinsmitglieder wurde bis zum Morgengrauen gefeiert.

Im Jahr 2006 konnten wir wegen massivem Eis und Schnee das Anangeln in unserer Anlage erst Mitte April durchführen. Dies war seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen.Am 17.07.2008 trat sehr überraschend unser 1. Vorsitzender Hans-Werner Isenböck von seinem Amt zurück. Die Gründe für seinen Rücktritt sind bis heute unklar. Aufgrund des Rücktrittes entschloss sich der verbliebene Vorstand die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen.

Die heutige Angespanntheit im Berufsleben verhindert häufig ein größeres Engagement im Ehrenamt. Aus diesem Grund wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung im  November 2008 eine Änderung unserer Vereinssatzung beschlossen. Das Amt des 2. Vorsitzenden und des Geschäftsführers wurde getrennt und auf zwei Personen verteilt.

Bei den aus dem Rücktritt des 1. Vorsitzenden resultierenden Neuwahlen am 07.11.2008 ergab sich folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender Ralf Kohlhaas
2. Vorsitzender Dietmar Ogrzall
Geschäftsführer und stellv. Kassierer Michael Heidemann
Kassierer Karl-Heinz Kölzer
Schriftführerin Susanne Roth
stellv. Schriftführer Jörg Kötting
Gewässerwart Dr. Wolfgang Otterbach
stellv. Gewässerw. Thomas Runkel
Sportwart Udo Hoof
stellv. Sportwart Bastian Schröder
Jugendwart Ralf Schröder
stellv. Jugendwarte Diethelm Weyer und Florian Hof
Beauftragte Nauroth Günter Hüsch und Bernhard Hof
Beauftragter Neunkhausen Joachim Hoffmann
Beauftragte Bewirtschaftung Franz-Josef Nauroth und Marga Bauer

Dieser Vorstand ist auch zu Beginn des Jubiläumsjahres 2010 noch im Amt. In der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2010 stehen Neuwahlen des Vorstandes an.
Im Dezember 2009 konnten Dank des Einsatzes von Karl-Heinz Kölzer zwei weitere Fischereirechte in der Betzdorfer Sieg erworben werden.
Zu erwähnen bleibt noch, dass wir über eine große Gruppe aktiver Jugendlicher verfügen. Die Jugendwarte Ralf Schröder, Diethelm Weyer und Florian Hof führen mit den Junganglern etliche eigene Veranstaltungen durch, sind aber auch auf Bezirksebene bei den Gemeinschaftsfischen recht erfolgreich und unterhalten freundschaftliche Kontakte zu anderen Vereinen.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass im Laufe der Vereinsgeschichte einige Krisen gemeistert wurden und der SFV 1935 e.V. Betzdorf insgesamt eine gute Entwicklung genommen hat, die sich hoffentlich zum Wohle unserer Mitglieder fortsetzen wird.

 

Kontakt

Geschäftsführer
Herr Karl-Heinz Kölzer
0160-96237300
koelzer@sfv-betzdorf.de

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